Auf der vorletzten Etappe des offiziellen Verlaufs des Salzburger Almenweges macht sich ein bisschen Wehmut breit: Schon vorbei? Noch nicht ganz! Es gilt, jeden Schritt und jeden Moment zu genießen. Mehr denn je! Die Etappe von St. Martin nach Werfenweng führt an der Südseite des Tennengebirges durch eine wunderschöne Almlandschaft und auch eine zertifizierte Almsommerhütte liegt auf dem Weg: Einkehren lohnt sich allemal, vor allem auch, um das traumhafte Panorama zu genießen.
Morgen wird sich in Werfen der Kreis schließen. Doch heute gilt es, die Schönheit hier oben noch einmal mit allen Sinnen auszukosten: Das Almleben mit seinen Bräuchen und Traditionen, die jahreszeitlichen Besonderheiten und die berühmte Salzburger Gastfreundschaft, mit der Wanderer empfangen werden. Auf dem Höhenweg geht es bis zur Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte auf 1.531 Meter Seehöhe, von wo der Abstieg ins Etappenziel, den Alpine Pearls-Ort Werfenweng, erfolgt.
Abseits des Weges
Unweit von St. Martin liegt der „Lammertaler Urwald“: „Der Lammertaler Wächter“, die „Große Buche“ und der „Alte Tax“, die hier wachsen, gehören mit anderen Baumriesen zu den höchsten Bäumen Österreichs. Dieses besondere Stück Wald liegt auf 1.300 Meter Seehöhe und ist so gut versteckt, dass es nie forstwirtschaftlich genutzt wurde. So entstand über die Jahrhunderte ein Ausflugsziel, das erstaunliche Naturwunder beherbergt und vor allem an einem warmen Sommertag eine besondere Form der Erfrischung bietet.
Almenweg Geschichte(n)
Die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte auf der heutigen Etappe ist eng mit einem der bekanntesten Salzburger Alpinisten verbunden. Der Bergsteiger, Hüttenwirt und Fernseh- sowie Radiomoderator Sepp Forcher (1930 – 2021) wurde in Rom geboren und verbrachte seine frühe Kindheit in Südtirol. Seine Eltern entschieden sich nach dem Südtirol-Abkommen für die Option, Italien den Rücken zu kehren und flohen mit dem Sohn ins SalzburgerLand. Ab 1940 waren Sepp Forchers Eltern Hüttenwirte auf der Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte und so wurde diese für zehn Jahre seine zweite Heimat. Er selbst war im Laufe seines Lebens Hüttenwirt im Großarltal und am Zeppezauerhaus am Untersberg, an dessen Neubau im Jahr 1914 wiederum Hofrat Dr. Heinrich Hackel (1874 – 1960) beteiligt gewesen war. Wer rechtzeitig reserviert, kann – anstatt in Werfenweng – auf der Hütte übernachten.