Bereit, das Gasteinertal nach fast einer Woche zu verlassen? Dann geht es auf ins GroÃarltal und zwar an den Flanken des weitum sichtbaren Gamskarkogels. Schon zu Kaiserzeiten war dieses Gebiet ein begehrtes Jagdrevier und so kam es auch, dass Erzherzog Johann die Gamskarkogelhütte Anfang des 19. Jahrhunderts errichten lieÃ. Ein Abstecher auf den beeindruckenden grün-leuchtenden Grasberg ist absolut empfehlenswert â ob für eine kurze Rast oder gar für eine zusätzliche Ãbernachtung. Der Almenweg führt hingegen nicht über den Gipfel, sondern an der 400 Höhenmeter tiefer liegenden Toferer Scharte (2.091 Meter) hinab ins GroÃarltal, das aufgrund seiner Fülle an Almen auch das âTal der Almenâ genannt wird. Das Bergsteigerdorf® Hüttschlag zählt ebenso wie Bad Gastein zu den Nationalparkorten und begeistert durch eine beeindruckende Naturkulisse. Der Tag wird lang und Kondition und Beine werden gefordert, doch Sie werden dafür auch aufs Höchste belohnt.
Damit Ihr Tag in den Bergen auch wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, geben wir Ihnen einige Tipps, damit Sie sicher in den Bergen unterwegs sind.
Hier finden Sie alles rund um den passenden Wanderschuh, die perfekte Ausrüstung und die richtige Geh-Technik.
Alle weiteren Informationen rund um den Salzburger Almenweg finden Sie hier.
Etappenverlauf
Ausgangspunkt der Etappe 10 ist die Talstation der Stubnerkogelbahn, von wo der Almenweg durch das historische Ortszentrum Bad Gasteins führt: Der Wasserfall liegt auf dem Weg, ebenso der Straubinger Platz und das Dunstbad. Rund 300 Meter nach dem Wasserfall zweigt von der BismarckstraÃe rechterhand die Kaiser-Wilhelm-Promenade ab, die bis zum Eingang des Kötschachtals führt. Ist die Kötschachtaler StraÃe erreicht, führt der Almenweg nach links und zweigt nach wenigen Gehminuten rechterhand in den Martin-Lodinger-Höhenweg ab. Nach wenigen Metern, die man auf dem âGasteiner Höhenwegâ zurücklegt, schlängelt sich ein Steig hinauf bis zum Alpenhaus Poserhöhe (1.502 m), von wo man mit einem herrlichen Ausblick auf Bad Gastein belohnt wird. Vielleicht ist es auch schon Zeit, sich einen köstlichen Kaiserschmarrn zu gönnen.
Nach einer kurzen Rast folgt man am Kinderspielplatz des Alpenhauses Poserhöhe (etwa 400 Meter nach der Poserhöhe) dem Weg geradeaus in Richtung Tofern Scharte. Diese liegt auf 2.091 Meter Seehöhe und ist in weiteren rund 2,5 Stunden erreicht. Die letzten 200 Höhenmeter zur Scharte sind wieder etwas steiler. Auf diesem doch recht langen Anstieg kann man wunderbar die Höhenabstufungen der Vegetation erkennen: Vom dichten Wald wandert man über die Waldtundra bis hinauf zu den offenen Weideflächen. Angekommen auf der Tofern Scharte bietet sich die Möglichkeit, auf den Gamskarkogel aufzusteigen (hin und retour jeweils eine Stunde Gehzeit).
Der Almenweg führt hingegen als schöner FuÃweg über die nicht-bewirtschaftete Tofernalm hinab zur Harbachalm (1.612 m) und quert dabei einige Male den Forstweg zur Tofernalm. Von der Harbachalm wählt man den Steig hinunter in den Talboden und folgt ab hier dem Güterweg. Nach einem kurzen Stück erreicht man das Einlaufbecken eines kleinen Wasserkraftwerkes und kommt an einer Kapelle vorbei. Man verlässt hier das weite Almgebiet der âTofernalmâ (Almtor) und wechselt in einen Fichten-Hochwald. Von hier zweigt links ein idyllischer FuÃweg ab, der erst durch den Wald und dann oberhalb der nicht-bewirtschafteten Grünhofalm bis nach Hüttschlag führt. Wer lieber entlang der ForststraÃe wandert, kann natürlich auch dieser folgen. Nach dem letzten Waldstück breitet sich ein herrlicher Blick auf das malerische Bergsteigerdorf® Hüttschlag aus. Dem Steig folgend, gelangt man schlieÃlich direkt ins Ortszentrum, dem heutigen Etappenziel.
Variante mit Etappenstart an der gewählten Unterkunft in Bad Gastein:
Wenn Sie von Ihrer Unterkunft nicht zu Fuà ins Kötschachtal gehen möchten, bringt Sie die öffentliche Buslinie 555 bequem dorthin. Zustiegsmöglichkeiten bestehen in Bad Gastein Mozartplatz â Bahnhof â Gemeindesiedlung â Graukogellift. Von der Haltestelle âGrüner Baumâ/Kötschachtal geht es dann zur Poserhöhe hinauf.
Almenweg Gipfeltour
Wer die heutige Etappe nicht an einem einzigen Tag zurücklegen möchte oder sich doch noch nicht vom Gasteinertal verabschieden kann, hat die Möglichkeit, auf dem Gamskarkogel zu übernachten. Von der Toferer Scharte wird dann nicht der Abstieg Richtung Hüttschlag, sondern hinauf zum Gipfel gewählt: Der Anstieg dauert ca. 1,5 ab der Scharte. Die Hütte wurde 1828 im Auftrag von Erzherzog Johann errichtet, der hier mit seinen Jagdgesellschaften öfter zu Gast war. Sie zählt zu den ältesten Bergunterkünften im gesamten Alpenraum und befindet sich direkt am 2.467 Meter hohen Gipfel von Europas höchstem Grasberg. Sie bietet Platz für bis zu 20 Personen: Eine Ãbernachtung dort oben zählt mit Sicherheit zu den schönsten Bergerlebnissen, die die Ostalpen zu bieten haben.
Am Wegesrand
Das Tofernalmgebiet im GroÃarltal ist für sein reiches Vorkommen an Gelbem und Punktiertem Enzian (im Volksmund auch âEnzianwurzâ) bekannt. Dessen Wurzeln werden für ihre besondere Heilwirkung bei Magen- und Darmerkrankungen geschätzt. Gepflückt werden dürfen die Blumen nicht, denn sie sind streng geschützt. Einer Legende nach soll vor langer Zeit der "Wurzenzwerg von der Tofern" in diesem Gebiet gewohnt haben. Der kleine Kobold konnte sich pumucklgleich unsichtbar machen, jedoch blieb seine Nase â eine Enzianwurz â immer sichtbar. Noch heute soll der Wurzenzwerg die Enzianwurzen pflegen. Schauen Sie doch einmal, ob Sie ihn oder einen Enzian entdecken!
Almenweg Tipp
Am Ãbergang von der Tofernalm in den Wald steht eine kleine Kapelle, die ein Jäger aus Hüttschlag zum Dank für die Genesung seiner Frau nach schwerer Krankheit errichten lieÃ. Sie ist ein Ort, um Stille zu halten und soll Wanderer zum Danksagen anregen.
Almenweg Stärkung
Die Harbachalm ist eine alte Bergknappenhütte aus dem 17. Jahrhundert: Das ganze Tofern- und auch das Reitalmgebiet waren in früheren Zeiten Kupferabbaugebiete. Neben Spezialitäten wie Käse, Butter, Brot, Speck und Wurst sollte hier unbedingt das Apfelbrot probiert werden, das eine Mischung aus Rührkuchen und Früchtebrot ist.